Weitere Schriften Frédéric Bastiats


Die hier präsentierten vier Schriften stechen durch eine zahlen- und faktenreiche Analyse der ökonomischen Entwicklung der europäischen Länder zu Bastiats Zeit hervor. Sorgfältig werden unterschiedliche politische Entscheidungen und ihre Wirkung herausgearbeitet. Insbesondere äußert Bastiat sich zum Manchesterliberalismus und zur Lage der arbeitenden Klassen in England. Bei letzterem Thema gelangt Bastiat zu einer ähnlichen Analyse der aktuellen Lage wie sein berühmter Gegner Friedrich Engels, arbeitet aber ganz andere Ursachen heraus und kommt somit auch zu einer gänzlich anderen Perspektive für die Zukunft.

Der von Bastiat bewunderte Manchesterliberalismus ist eine öffentliche Bewegung in England, die sich für allgemeine Freiheitsrechte, insbesondere aber für die Abschaffung der protektionistischen Getreidezölle einsetzte. Diese Zölle verteuerten das Brot der Armen und bereicherten den Landadel. Der bedeutendste Vertreter der Bewegung war Richard Cobden.

Die Einleitung zu Bastiats Buch "Cobden und die Liga" wurde von Marianne Diem übersetzt. Alle weiteren Texte entstammen "Frédéric Bastiat's ausgewählte volkswirtschaftliche und politische Schriften" übersetzt von Carl Julius Bergius, erschienen 1859. Letztere Übersetzungen wurden von uns korrekturgelesen und zuweilen leicht überarbeitet.


In der letzten hier präsentierten Schrift äußert sich Bastiat zum Bildungssystem und wendet sich hierbei gegen eine staatliche Monopolisierung von Bildungsinhalten.

Eine solche drückt sich seiner Meinung nach in den staatlich normerten akademischen Graden aus, die der Staat und das allgemeine Vorurteil zur Eingangsvoraussetzung für alle höheren Ämter macht. Diese hätten einen dreifachen Nachteil:

Sie machten den Unterricht einförmig, starr und gäben ihm eine falsche Richtung.

Der Artikel wendet sich insbesondere gegen das Studium der alten Sprachen, das damals das Eintrittstor zu allen gehobenen Laufbahnen war. Die klassischen Studien, so Bastiat, vermitteln den zukünftigen Eliten auf subtile Weise die fragwürdigen Ideale eines längst vergangenen Imperiums, das in seiner Ideologie und wirtschaftlichen Basis gänzlich auf Eroberung, Plünderung und Sklaverei gegründet war. Unterhaltsam und eindringlich mit vielen Zitaten belegt er den Wiederhall der zynischen Lehren antiker Autoritäten in den Reden und Taten der politischen Verbrecher seiner Zeit:

Die klassischen Studien und der Sozialismus