An de Fontenay.

Paris, 3.Juli 1850

 
... Vielleicht nehmen Sie mit zu viel Eifer gegen die Opposition des Journal des Économistes Partei für die Harmonien. Männer, die ein gewissens Alter überschritten haben, entsagen nicht leicht fertigen und lange gehätschelten Ideen. Auch sind sie es nicht, sondern die jungen Leute, denen ich mein Buch zugedacht und gewidmet habe. Man wird am Ende anerkennen, dass der Wert niemals in der Substanz und in den Naturkräften liegen kann. Daraus ergibt sich die absolute Unentgeltlichkeit der Geschenke Gottes in jeder Form und bei jeder Art menschlichen Geschäftes: dies führt dazu, dass nur Dienstleistungen getauscht werden, dass es keinen Grund geben kann, dass die Menschen sich beneiden und sich hassen. Diese Theorie muss alle Schulen auf ein gemeinsames Gebiet zurückführen. In diesem Glauben harre ich geduldig; denn je älter ich werde, desto mehr sehe ich wie langsam die Menschheit voranschreitet.

Ich will indessen einen persönlichen Wunsch nicht verhehlen. Ja, ich verlange danach, dass diese Theorie bei meinen Lebzeiten so viele Anhänger findet (wären es auch nur zwei oder drei), dass ich vor meinem Tode sicher wäre, dass sie nicht untergehen wird, wenn sie wahr ist. Möge mein Buch nur ein anderes hervorrufen, und ich werde zufrieden sein. Deshalb kann ich Sie nicht genug auffordern, Ihr Denken auf das Kapital zu richten, einen Gegenstand von unermesslicher Bedeutung, der wohl der Pfeiler einer politischen Ökonomie sein kann. Ich habe ihn nur leicht berührt; Sie werden weiter gehen als ich, Sie werden nötigenfalls mich berichtigen. Sorgen Sie nicht, dass ich daran Anstoß nehmen werde. Die ökonomischen Horizonte haben keinen Grenzen: neue zu bemerken macht mich glücklich, ob ich selbst sie bemerke, oder ein anderer sie mir zeigt.

... Ja, Sie haben Recht. Es lässt sich eine ganze Wissenschaft über das gemeine Wort Verbrauch aufstellen; dies werde ich am Anfang meines zweiten Bandes begründen. Was die Bevölkerung betrifft, so ist es unbegreiflich, dass Herr Clement mich in einem Gegenstand, zu dem ich noch nicht gekommen bin, angreift! Und wenn man das Axiom: die Dichtigkeit der Bevölkerung erleichtert die Produktion, leugnet, so leugnet man im Grunde die ganze Macht des Tausches und der Arbeitsteilung. Ja man leugnet Tatsachen, die in die Augen springen. - Ohne Zweifel kommt die Bevölkerung damit, möglichst viel zu produzieren, natürlich zurecht; und deshalb breitet sie sich gelegentlich aus oder konzentriert sich, sie folgt einer doppelten Neigung, der Ausbreitung und der Konzentration; aber je mehr sie zunimmt, um desto mehr, caeteris paribus, - d.h. bei gleicher Tugend, Voraussicht, Würde, - werden die Dienste geteilt und desto leichter geleistet, und desto mehr Vorteil zieht Jeder von seiner noch so geringen besonderen Tauglichkeit, usw. ...